WAS FÜR JUNGE FÜHRUNGSKRÄFTE WIRKLICH ENTSCHEIDEND IST

Als junge oder “frisch gebackene”  Führungskraft in der heutigen, komplexen, oft verwirrenden und schnelllebigen Geschäftswelt zu bestehen, erfordert sehr viel mehr als nur die von hunderten von Coaches oder Trainern vermittelten Techniken oder Fachkenntnisse.
Die kannst Du Dir anhören, Du kannst sie lesen und Du kannst sie natürlich nutzen. Solltest Du sogar.

Aber wirklich entscheidend sind andere Dinge.

Es geht darum, die richtigen Fähigkeiten, Eigenschaften, Einstellungen und Verhaltensmuster zu entwickeln, um sich selbst und die zu führenden Mitarbeiter nicht nur effektiv, sondern auch langfristig erfolgreich zu führen. Das geht aber nur, wenn es die richtige Basis gibt, auf der das stattfinden kann.

Es gibt bestimmte Themenfelder, die junge Führungskräfte zwingend gut kennen müssen, um eine wirkliche Chance zu haben, sich zu einer starken Führungskraft zu entwickeln. Ich habe neulich in einem Sozialen Netzwerk gelesen, daß jemand verspricht “Dich in 30 Tagen zur Top Führungskraft” zu machen. Natürlich ist das völliger Blödsinn. Wenn Du Seriösität suchst, wende Dich lieber an Profis wie die von Striving Leaders.

Innerhalb der oben angesprochenen Themenfelder ist die korrekte Handhabung der darin vorkommenden Situationen ausschlaggebend und das kann man nicht “mal schnell” lernen.
Ebenso sinnlos ist die Diskussion darüber, ob fachlich gute Leute die besseren Führungskräfte sind, oder ob man “Spezialisten” auf Führungspositionen braucht. Du kannst fachlich der größte sein oder 120 Führungsseminare besucht haben und bleibst dennoch eine lausige Führungskraft, wenn Du nicht über das verfügst, was ich hier meine. Und “Spezialisten in Führungsarbeit” – was soll das sein ? Woher kommt diese vermeintliche Expertise ? Aus Büchern ?

Hier kommt eine Auflistung der nach meinen Erfahrungen wichtigsten Elemente. Du wirst darin anhand der Gewichtung bereits sehen, was ich oben meinte mit “Basis auf der das stattfinden kann”.

Kommunikation

Die Bedeutung offener und klarer Kommunikation solltest Du niemals unterschätzen.
Im Gegenteil, diese Art der Kommunikation sollte immer und bei allen Themen und mit allen Peers so sein. Das zu lernen, ist für Dich als junge Führungskraft von entscheidender Bedeutung. Dabei meine ich nicht nur das Vermitteln von Informationen, sondern
insbesondere das Zuhören und wirkliche Verstehen der Bedürfnisse und Anliegen aller Stakeholder, besonders natürlich im eigenen Team. Auch “zwischen den Zeilen lesen” ist dabei wichtig, etwa anhand von Techniken wie HIER beschrieben.
Eine offene und transparente Kommunikation fördert Vertrauen und schafft eine positive Arbeitsumgebung. Diese Art Kommunikation prägt Beziehungen und ist daher m.E. auch Basis für das sogenannte „situative Führen

Autorität

Autoritäre Führungsstile anzuwenden, die auf Kontrolle und Dominanz basieren, sind die ultimative Bankrotterklärung für jede Führungskraft (übrigens nicht nur heute, sondern bereits seit vielen Jahrzehnten). “Befehle” zu erteilen, ohne die Meinungen und Ideen des Teams zu berücksichtigen, gehört in kein modernes Unternehmen. Wenn Du so agierst, suche Dir lieber einen Job ohne Führungsarbeit. Oder vielleicht beim Militär ?
Überprüfe Dich ständig darauf hin. Die Gefahr ist groß, gerade wenn man sich zu Beginn unsicher fühlt, etwa ins Micromanagement zu verfallen , weil man glaubt alles selbst abnicken zu müssen.

Lass es.

Vertrauen
Sorge dafür, Vertrauen aufzubauen. Das gilt für alle Stakeholder.

Zuhören

Wirklich zuhören. Gerne auch aktiv.
Es ist wichtig, die Perspektiven und Anliegen der Teammitglieder ernst zu nehmen. Dabei darf es niemals darum gehen, Gespräche zu dominieren oder die Aussagen und Meinungen anderer abzuwerten. Im Gegenteil sollte es dabei um das Verstehen des Gegenüber gehen. Das gilt übrigens 24/7 und dafür nimmst Du Dir als Führungskraft immer Zeit.
Weise keine Menschen ab, die mit Dir reden wollen.
Du weisst nicht wie groß ihre Last ist. Sie brauchen Dich jetzt und nicht kommenden Mittwoch oder gar einmal jährlich in sogenannten “Mitarbeitergesprächen”, die ein unsägliches Instrument sind…

Empathie

Gute Führungskräfte sollten sich in die Lage ihrer Teammitglieder versetzen können und vermeiden es, Emotionen zu ignorieren oder abzutun.
Das gilt auch für die grundsätzlichen Bedürfnisse des Einzelnen. Siehe Punkt “Zuhören”.

Persönliche Entwicklung

Auch nach Jahrzehnten der Führungsarbeit sollte man niemals aufhören, an der eigenen Entwicklung zu arbeiten.
Führungskräfte sollten stets selbstkritisch sein, was kein Widerspruch zu Selbstvertrauen und Souveränität ist.

Das gewöhnst Du Dir am besten ab Tag 1 an.

Eigene Schwächen erkennen und analysieren ist ebenso wichtig wie das Übernehmen der Verantwortung für eigene Fehler. Eine der grundlegenden Qualitäten, die junge Führungskräfte wie Du also entwickeln und kultivieren sollten, ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Die Bereitschaft, das eigene Tun kritisch zu hinterfragen und ständig an der eigenen Entwicklung zu arbeiten, bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Führung und ist zugleich Vorbild für alle anderen Teammitglieder. Diese profitieren außerdem davon, dass ihr Vorgesetzter immer besser wird und nicht sie es sind, die für dessen Fehler zur Verantwortung gezogen werden. 

Teamorientierung

Erfolge gehören dem Team und sollten geteilt werden. Persönliche Erfolge sind natürlich wichtig, dürfen aber nicht im Fokus stehen und die Zusammenarbeit vernachlässigen. Du bist nicht das Zentrum Deines Teams, sondern hast alles bereit zu stellen, was sie für Top Performance brauchen.
Wie ein Schiedsrichter im Fussball. Der gilt als gut, wenn er möglichst wenig auffällt und dennoch alles unter Kontrolle hat.

Flexibilität

Niemals starr an Plänen, Meinungen oder Entscheidungen festhalten, ohne auf Veränderungen im Umfeld oder der Ausgangslage zu reagieren. Neue Ideen,  Anpassungen oder Korrekturen müssen immer möglich sein – egal wer sie eingebracht hat. Junge Führungskräfte sollten lernen, flexibel zu sein und sich schnell auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen.
Dies erfordert Offenheit, Mut und manchmal auch Kreativität. Aber all das sind Eigenschaften, die Du Dir antrainieren kannst. Alle drei wirst Du immer wieder brauchen….

Führungsethik

Ethische Prinzipien und Werte. Darauf basiert absolut alles, wenn wir über Leadership sprechen. 

Persönliche Interessen stehen niemals über den Interessen des Teams oder der Organisation.

Werte dienen als Kompass, Wegweiser, Leitplanken oder Richtschnur für die Entscheidungsfindung. Gerade in schwierigen Situationen , oder bei Dilemmas helfen klare Werte dabei, ethisch und moralisch richtige Entscheidungen zu treffen. Dies schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Auch für Dich selbst.
Die Werte einer Führungskraft beeinflussen maßgeblich das Umfeld, die Personen und damit die Unternehmenskultur. Auch hier gilt das Prinzip Vorbild, denn die Werte werden oft von den Teammitgliedern übernommen und prägen sie langfristig. Du bietest durch Deine Werte die Möglichkeit, dass Deine Mitarbeiter sie teilen und sich stärker mit der Mission und den Zielen des Unternehmens identifizieren. Motivation, Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter steigen (Lies dazu unbedingt den fantastischen Artikel von Moreno Sgura) und oft gibt das Raum für Inspiration und Kreativität. Werte sind grundlegend für den Aufbau von Vertrauen.

Das müssen dann aber konsistente Werte sein, denn nur die zeigen, dass Du integer bist und Dich an moralische Prinzipien hältst.

Führungskräfte, die ihre Werte hochhalten führen nachhaltiger.

Durch die Ausrichtung auf langfristige Prinzipien und nicht nur auf kurzfristige Gewinne schafft man nämlich eine stabilere, emotionale Basis für die einzelnen Mitarbeiter,  den Erfolg des Teams, der Organisation, der Company. In Zeiten von Unsicherheit und Krisen, wie in der letzten Zeit,  dienen Werte als Zuflucht. Sie geben Sicherheit und zeigen was richtig ist. Mit Deinen Werten kannst Du zum Fels in der Brandung für Deine Leute werden.

Ich verhehle hier nicht, dass es Dich manchmal viel, ja sogar den Job kosten kann, für Deine Werte einzustehen. Das kann brutal sein, das habe ich mehrmals selbst erfahren. Aber wenn Du wirkliche Werte hast, dann nimmst Du das in Kauf.
Du bleibst Du.
Du bleibst authentisch.
Und das ist Leadership, nicht wahr ?

Kompass
Der oft zitierte "Wertekompass" spielt auch im Leadership die entscheidende Rolle.

Junge Führungskräfte sollten sich auf einen eigenen, ethischen Kompass stützen, der ihre Entscheidungen und Handlungen in die richtige Richtung leitet.
Nur von anderen übernehmen kann zu wenig sein.

Frage Dich, was wirklich die Werte sind, für die Du auch bereit bist Opfer zu bringen. Und wenn Du sie definiert hast, lebe sie. Unumstößlich !

Viele Trainer und Coaches argumentieren damit, dass gute Entscheidungen rein auf Ratio beruhen. Ich habe 30 Jahre lang andere Erfahrungen gemacht und behaupte daher, Ratio ist immer gut, aber wertebasierte Entscheidungen sind stärker.

Erwartungen

Klarheit und Wahrheit, das klingt schön und man kann es sich leicht merken.

Sich das zu merken und beides immer in der eigenen Kommunikation zu haben, ist entscheidend für die Zufriedenheit Deiner Mitarbeiter. Sie werden sich fair und ehrlich behandelt fühlen, selbst wenn diese Klarheit und Wahrheit ab und an schmerzhaft ist. Voraussetzung ist hier aber auch wieder Konstanz.

Erhebe Klarheit und Wahrheit zu einem Prinzip Deiner Kommunikation und Deines Führungsstils.

Wort halten
Klar und wahr. So sollte alles sein, was Du sagst.

Anerkennung

Absolut nichts im Leben ist selbstverständlich. Auch nicht die Performance Deiner Mitarbeiter. Also hebe sie heraus. Sei wertschätzend und lobe. Lobe nicht nur Sieg oder Top Performance, sondern auch die Arbeit an sich. Die Bemühungen, den guten Willen. Tu das aber glaubhaft, keinesfalls mechanisch. Sonst ist das Resultat das Gegenteil von dem, was Du eigentlich willst.

Fazit

Du siehst, die wirklich wichtigen Dinge, die Dich zu einer guten Führungskraft machen, hast Du selbst in der Hand.

Nur Du. Niemand sonst.

Zu Deiner Entwicklung gehört natürlich auch all das technische. Das steht in Büchern, oder Du lernst es von anderen. Aber alles was Du lernst, wird verpuffen und nicht nachhaltig funktionieren, wenn es nicht auf der Basis von echten Werten fußt. Leadership bedeutet mit Menschen umgehen. Wie sollte ein solcher Umgang aussehen, wenn er von Opportunismus, Ego, Karriereambitionen u.ä. geprägt wird ?

Also schaffe Dir Deine Wertebasis als erstes an und folge ihr.

Immer.

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